Der Schuh
An einem ungewöhnlich heißen Sommertag war die "verrückte Truppe" komplett.
Wir beschlossen uns an einem kühlen Fluss
niederzulassen. Selbstverständlich hatten wir genügend flüssigen Proviant dabei. Das konnte hervorragend in dem ziemlich flachen Gewässer gekühlt werden. Die Luft vibrierte vor Hitze. Der Gebirgsfluss allerdings war eisig.
Wir beschlossen in zu durchwaten.
"Wer kann es am längsten in dieser kalten Brühe aushalten?" fragte Klaus.
Keiner sträubte sich gegen diesen "harten Männer-Test".
Tatsächlich kostete es einige Überwindung ins Wasser zugehen. Denn das Wasser war nicht nur kalt, es war saukalt. Egal.....Alle zogen sich die Schuhe aus und dann hinein ins kühle Nass. Äh...alle? Nein. Benny meinte die Schuhe anlassen zu müssen, damit er wenigstens ein wenig vor dieser sibirischen Kälte geschützt sei.
Einmal hin einmal her. Das reichte der Truppe. Nur der beschuhte Benny hielt noch durch und beschimpfte die anderen als Weicheier und Warmduscher. Also nochmal hin und her. "Da seht ihr mal einen richtigen Kerl!" meinte Benny. Beim weiteren herumwaten in dem etwa wadenhohen Fluss, verlor er aber seinen rechten Schuh, der fröhlich und hurtig davon schwamm. "Alle hinterher!!!!" rief Benny der Truppe zu, während er seinen Gang flussabwärts bereits beschleunigte, um den Schuh wieder einzufangen. Er blickte zurück. Die Weicheier und Warmduscher dachten gar nicht daran zu helfen. Nur der liebe Klaus erbarmte sich und stieg wieder in die "Fluten". Beide suchten nun. Vielleicht hatte sich der Schuh irgendwo verfangen und wartete darauf gefunden zu werden. Während Benny aufgab und hilflos im Wasser stand, fand Klaus den Schuh und brachte ihn Benny freudestrahlend zurück.
"Danke!" sagte Benny. Nahm den Schuh von Klaus an und schmiss ihn wieder ins Wasser. Nun brauche ich den Schuh auch nicht mehr. Da ich nicht geglaubt habe, dass du ihn findest habe ich den anderen Schuh schon schwimmen lassen.
Zu allem Überfluß konnte sich Benny plötzlich kaum bewegen. Er war total unterkühlt und versuchte an Land zukommen. Zitternd rief er um Hilfe. Keiner kümmerte sich, auch Klaus nicht mehr. Schlotternd bei 40° im Schatten erreichte er das rettende Ufer. "Wie siehst du denn aus!" wurde er begrüßt. "Du hast ja ganz blaue Lippen!"
Benny wurde ein Bier überreicht, welches beim Öffnen, durch die Zitterei, total überschäumte. Etwa 10 Minuten später ging es Benny besser. Er tönte:"Ich habe gewonnen!"