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Das Taxi


Wir waren in Dortmund um an einem Biker-Treffen teilzunehmen. Siggi hatte seinen 13 jährigen Sohn dabei. Der kleine Eric freute sich natürlich. Er wollte auch mal dabei sein, wenn die "Großen" Party machen.

Auf dem Campingplatz gab es eine Kneipe. Da das Gelände sehr groß war, mussten wir fast 300m laufen, um von unseren Zelten in diese Gerstensaft-Zentrale zugelangen. In der Kneipe floss der goldene Saft natürlich in Strömen. Das hatte zur Folge, dass es mit dem Stehen, Gehen und Laufen sehr schwierig wurde. Wie kommen wir nun in unsere Zelte? "Kein Problem" sagte Siggi. "Eric kann die UralUral mit Beiwagen als Taxi benutzen. Einer im Sozius, einer hinten drauf!" Der Junior sagte begeistert zu. "Ich mache das, Pappa!" Der Wirt war von dieser Idee überhaupt nicht begeistert. Er meinte, dass es keine gute Idee sei, dieses "Kind" fahren zulassen. Aber was sollten wir machen? In unserem Zustand können 300m die ganze Nacht dauern.

Naja, so ganz geheuer war uns der Gedanke dann auch nicht mehr, von Eric gefahren zu werden. Aber dann sprach Thomas ein Machtwort. "Was diskutiert ihr hier rum?" "Der Eric kann das!" "Geh jetzt los und hole die Karre!", tönte er. Der kleine Eric machte sich stolz auf den Weg. Er holte die Karre mit dem Beiwagen. Er fuhr direkt vor die Kneipe und sofort legten sich die ersten Zwei auf die freien Plätze.

Nun begann die "Katastrophe". Der Hinweg war kein Problem. Das Motorrad war leer und ließ sich locker fahren. Nun war es aber mit zwei "Suffköppen" belegt, die nicht still sitzen konnten. Also war eine Geradeausnavigation nur schwer möglich. Der liebe Eric musste sich auf dem Rückweg an den Zelten vorbei manövrieren. Da die Karre einen großen, nach aussen stehenden Motor hat, muss ein Sicherheitsabstand zu empfindlichen Zeltschnüren eingehalten werden. Das konnte der "Kleene" natürlich nicht wissen. Der erhitze Motor streifte die Zeltschnüren und brachte sie zum "durchglühen". Im Rückspiegel konnte Eric die zusammenfallenden Zelte beobachten.

Erboste Camper wühlten sich aus ihren platten Zelten und liefen dem Motorrad hinterher. Eric gab Vollgas. Bei unseren Zelten angelangt fielen die "Fahrgäste" von der Karre. Die schimpfende Meute war in Sichtweite. Als sie bei unseren Zelten eintrafen und sich lautstark beschwerten, blieb dem Eric nichts anderes übrig als den Vorschlag zumachen, dass sie alle in die Kneipe kommen sollen. "Mein Pappa gibt Euch einen aus". Er lud die 2 Fahrgäste wieder auf, die von der ganzen Situation nichts mitbekommen hatten und fuhr in Richtung Kneipe. Die Horde folgte langsam zu Fuß. Bevor die Massen eintrafen, beichtete Eric sein Missgeschick und bereitet seinen Pappa auf den Ansturm vor. Sehr blass akzeptierte Siggi diesen Deal.

Die Meute traf ein. Sie wurden mit einem Bier begrüßt. Diese Einladung hat uns gerettet. Wir wurden nicht gelyncht.



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