Hans in Not (Es könnte so einfach sein)
Sachen passieren, die gibt es nicht.
Komischerweise passiert es immer bei uns.
Die folgende Geschichte zeigt wie verrückt unser Leben oft ist. Los geht`s.
Party war angesagt. Wir schickten Hans zum Einkaufen. Hans füllte den Einkaufswagen, bezahlte und trug die Ware zu seinem Motorrad, welches auf dem Parkplatz des kleinen Supermarktes stand. Einkauf verstauen und los fahren. Es könnte so einfach sein. Hans fummelte seinen Zündschlüssel aus seiner Hosentasche. Die Vorfreude auf die Party ließ ihn ziemlich ungeschickt mit dem Schlüssel hantieren, denn der Schlüssel fiel runter. Bücken, aufheben und noch mal versuchen. Es könnte so einfach sein. Leider befand sich unter dem Motorrad ein Gully. Grundsätzlich veröffentliche ich nicht den genauen Wortlaut seiner Flüche. Das wäre zu unanständig. Stöckchen suchen und den Schlüssel rausangeln. Es könnte so einfach sein. Der Schlüssel lag einfach zu ungünstig im Gullysieb. Es blieb dem lieben Hans also nichts weiter über, als den Gullydeckel anzuheben.
Gullydeckel ab, Schlüssel raus und Deckel wieder drauf. Es könnte so einfach sein. Hans schaffte es den Deckel abzunehmen, er griff sich wutschnaubend den Schlüssel und schob den schweren Deckel wieder auf das Loch. Leider verkantete sich der Deckel. Die Wut wurde immer größer. Voll in Rage trat er gegen die überstehende Deckelkante. Das machte er so heftig und ungeschickt, dass sich dadurch sein Knie total verdrehte. Schmerz durchfuhr ihn. Sofort musste er sich auf den Boden setzen. Laufen konnte er nicht mehr. Nun denn. Passiert ist passiert. Mit dem Handy einen Krankenwagen rufen wäre jetzt die beste Möglichkeit gewesen. Aber das hatte er natürlich wieder mal vergessen. Also einen Passanten ansprechen und ihn bitten einen Krankenwagen zu rufen. Es könnte so einfach sein. Leider wohnt er auf dem Dorf mit sehr wenigen Einwohnern, die wohl im Moment alle einen Mittagsschlaf hielten. Kein Mensch weit und breit. Es blieb ihm also nichts anderes übrig als auf allen Vieren in den Laden zu robben. Die freundlichen Verkäuferinnen boten ihm einen Platz in der Ecke an und riefen einen Krankenwagen. Den Einkauf holten sie vom Parkplatz ins Geschäft. Das war wirklich sehr nett. Außerdem durfte Hans noch vom Laden aus den Klaus anrufen um ihn zu bitten, den Einkauf abzuholen. Kurze Zeit später wurde unser Unglücksrabe von den Sanitätern in den Krankenwagen geladen und sollte ins Krankenhaus gebracht werden.
Klaus fuhr umgehend in den Laden. Er trat ein und fragte nach den eingekauften Sachen. Ein lautes Gelächter ging durch das Geschäft. Unter Lachtränen wurde ihm die Ware übergeben.
Der arme Hans. Er sitzt im Krankenwagen und will schnell behandelt werden, da das Knie doch sehr schmerzt. Wagen ins Krankenhaus, Onkel Doktor gibt Medizin und schwupp sind die Schmerzen weg. Es könnte so einfach sein.
Denn plötzlich machte sich ein unangenehmer Rauchgeruch im Wageninneren bemerkbar. Vorne aus dem Motor qualmte es gewaltig. Der gute Wagen ist krank geworden. Er hatte einen Motorschaden. Da stand er nun. Es musste ein Ersatzwagen angefordert werden um den lieben Knie-Patienten umzuladen. Der Gepeinigte war nun so weit, dass er nur noch kopfschüttelnd und mit leerem Blick auf der Trage lag. An diesem Punkt findet die unglaubliche Geschichte nun doch ein Ende.
Die Party fand trotzdem statt. Allerdings ohne Hans. Sie wurde aber wider erwarten sehr lustig, da wir uns den Hans ständig in seiner unmöglichen Situation vorstellten. Das führte zu ungeheuren Lachattacken. Unser "Dicker" musste 2 Wochen im Krankenhaus verbringen. Jaja.
Es könnte so einfach sein.